Der second Screen ist unterfordert

Der Film „APP“ soll den second Screen in den Wohnzimmern einnehmen. Der second Screen ist ein heiss umkämpftes Feld. Denn in den meisten Haushalten findet sich ein smartphone oder Tablet im Wohnzimmer und diese werden auch beim fernsehen benutzt. Dies lenkt natürlich vom vorgesetzten Programm ab und die Sender möchten gerne das man sich nur mit Ihnen beschäftigt.

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Screenshot, ZDF Homepage

Also nimmt man sich eine Niederländische Fernsehproduktion die eine eigene APP bekommt. Die App greift auf das eingebaute Mikrofon zu, um festzustellen an welcher Stelle im Film man sich befindet. So weit so gut. Die Synchronisation funktioniert ganz gut. Die ersten Minuten passiert erst einmal gar nichts, ausser das die App ein Auge anzeigt. So langsam (nach ca.15 Minuten) fängt die App an die ersten kurzen Filmsequenzen anzuzeigen die man im Tv nicht sieht. Als zweite Spur sozusagen. Immer nur ein paar Sekunden. Später werden ausgetauschte Kurznachrichten zwischen den Darstellern in der App angezeigt. Es findet keine Interaktion mit dem Film statt. Mangels eines Rückkanals, man kann die App ja auch bei Aufzeichnungen des Film nutzen, ist dies auch gar nicht möglich.

Ärgerlich ist, das die App keine Safestates abbildet. Wenn also die App geschlossen wird, weil man den Second Screen so nutzt wie immer und mal eben zu facebook oder twitter wechselt merkt sich die App nicht an welcher Stelle des Film man ist und muss neu „angelernt“ werden. Also immer ein kompletter Neustart der App.

Dies hätte man besser lösen müssen denn so ist das geliebte Smartphone oder Tablet für die Zeit des Film unbrauchbar für andere Sachen. Dies war wohl auch der Plan des ganzen. Aber ich frage mich ob dies auch so angenommen wird. Von mir jedenfalls so nicht.

Inhaltlich hat der Film auch nicht wirklich überzeugt. Es wurden die üblichen Ängste vor der Technik geschürt und die Schauspieler haben ein ganz gutes Programm abgeliefert. Die Handlungen waren teilweise sehr stark überzogen und es war schwer den roten Faden des Film zu finden.

Mein Fazit lautet: Ganz gut gemacht und man war bemüht den second Screen gut einzubinden aber das System ist ausbaufähig und der second Screen ist auf jeden Fall stark unterfordert.

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