Tracking durch facebook

imageWieder einmal steht facebook in der Öffentlichkeit und die Verbraucherzentrale NRW kann einen vermeintlichen Sieg verzeichen. Das Landgericht Düsseldorf hat ein noch nicht rechtskräftiges Urteil erlassen zum Thema illegales tracking durch plug ins und mangelnde Einholung von Einwilligungen.

Kurz zusammengefasst schreibt die Verbraucherzentrale NRW dazu:

Unternehmen dürfen den „Gefällt-mir Button“ von Facebook nicht ohne Einwilligung der betroffenen Seitenbesucher und ohne Angabe über Zweck und Funktionsweise des Buttons auf ihren Webseiten integrieren.

Dem voran gegangen ist ein Streit um „Gefällt mir Button“ die in Webseiten integriert sind und beim Aufruf durch den Besucher, dessen IP erfasst und ihn trackt. Der Besucher muss nichts tun ausser die Webseite aufzurufen und wird ohne Information oder Einwilligung direkt getrackt. Was ein Skandal </ironie>

Das im Internet getrackt wird ist normal und überrascht niemanden wirklich. Es ist für die Benutzer aber auch zu komfortabel bei amazon zu sehen was man sich die letzten Tage angeschaut oder gesucht hat. Ebenso ist es doch sehr profitabel für die Anbieter, dem Benutzer in facebook Werbung für Produkte anzuzeigen die er eben erst bei tchibo oder OTTO angeschaut hat. Das auch dieses nur durch tracking möglich ist, ist den meisten nicht wirklich bekannt. Das dies zu fragen führt ist da die logische Folgerung. Zu diesem Thema gibt es deshalb den Beschluss des Düsseldorfer Kreises vom 27. November 2009 zur Datenschutzkonformen Ausgestaltung von Analyseverfahren zur Reichweitenmessung bei Internet-Angeboten und in Kurzform möchte ich folgendes hervorheben:

  • Den Betroffenen ist eine Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Erstellung von Nutzungsprofilen einzuräumen. Derartige Widersprüche sind wirksam umzusetzen.
  •  Die pseudonymisierten Nutzungsdaten dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden. Sie müssen gelöscht werden, wenn ihre Speicherung für die Erstellung der Nutzungsanalyse nicht mehr erforderlich ist oder der Nutzer dies verlangt.
  •  Auf die Erstellung von pseudonymen Nutzungsprofilen und die Möglichkeit zum Widerspruch müssen die Anbieter in deutlicher Form im Rahmen der Datenschutzerklärung auf ihrer Internetseite hinweisen. 
  • Personenbezogene Daten eines Nutzers dürfen ohne Einwilligung nur erhoben und verwendet werden, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu ermöglichen und abzurechnen. Jede darüber hinausgehende Nutzung bedarf der Einwilligung der Betroffenen.

Es geht also darum, das facebook ein tracking durch die Plugins durchführt und dieses auf eine natürliche Person zusammen zu führen ist. Dafür bedarf es einer Einwilligung durch den Betroffenen. Würde anonym getrackt, also ohne IP-Adresse, reicht ein opt-out Verfahren und ein Hinweis an den Besucher der Webseite in den Datenschutzhinweisen oder ein cookie Hinweis beim ersten Aufruf der Webseite. Selbstverständlich muss der Besucher die Möglichkeit haben das tracking auch zu deaktivieren. Sei es durch setzen eines Stop Cookie oder andere Methoden.

Ein praktikabler Weg und in Neusprech auch Best Practise geannt wäre somit folgendes:

Personengebundenes Tracking gewünscht -> Einwilligung durch opt-in einholen
Anonymes Tracking gewünscht -> Hinweis auf tracking geben und opt-out anbieten

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